Kühlanlage

Die Kühlanlage dient der Kühlung von Motorschmier- und Getriebeöl. Der Wärmeübergang Öl-Kühlwasser erfolgt in entsprechenden Wärmetauschern. Bei der Steilstreckenversion der V 100.20 ist zur Kühlung des Getriebeöls der hydrodynamischen Bremse ein zusätzlicher Getriebeöl-Wärmetauscher notwendig.

Das Kühlwasser zirkuliert in einem Kreislauf. Der Wärmeübergang an die Umgebungsluft erfolgt in der Kühlergruppe, die sich an der Front des vorderen Vorbaues befindet.

Die drei Kühlerblöcke, einer an der Front, zwei an den Seiten, sind U-förmig angeordnet und elastisch am Lokrahmen befestigt. Oben über dem „U“ ist der große Behr-Kühlerlüfter angeordnet, der durch einen hydrostatisch arbeitenden Ölmotor angetrieben wird.

Die Kühlerblöcke sind durch Jalousien geschützt, die durch je einen Verstellzylinder geöffnet und geschlossen werden können. Sie bestehen aus Teilblock-Elementen. Bei der V 100.10 sind es 28, bei der V 100.20 (zweite und dritte Bauserie ab V 100 2022) sind es 34 Teilblock-Elemente. Auf Grund der höheren Leistung der V 100.20 ist deren Kühlanlage leistungsfähiger ausgelegt worden.
Die Kühlanlage ist generell für eine Kühlwassertemperatur von 85 °C bei 35 °C Umgebungstemperatur konzipiert. Lüfter und Kühlerjalousien werden je nach Kühlwassertemperatur thermostatisch geregelt.

Die Steilstrecken-V 100.20 weist keine grundlegenden Änderungen gegenüber der herkömmlichen V 100.20 auf. Lediglich die Rohrquerschnitte des Kühlkreislaufes wurden vergrößert, um die im Bremsbetrieb zusätzlich anfallende Wärme abzuführen.

Optisch unterscheiden sich die beiden Kühlanlagen durch die Lufteintritte und Jalousien. Die erste Version besitzt waagrechte Jalousien, die mit Schutzgittern vor Fremdkörpereintritt geschützt sind. Der Lufteinlass an der Lokfront weist abgerundete Ecken auf. In der zweiten Version entfielen die Gitter und die Abrundung der Ecken. Strömungstechnisch günstigere senkrechte Jalousien lösten die waagrechten Jalousien ab. Die größeren seitlichen Teilblock-Elemente des Kühlers erforderten eine Verlängerung des Deckbleches und des Pufferträgers, so dass die Gesamtlänge der Lokomotive von 12.100 mm auf 12.300 mm anwuchs.